Alle Rechte/ All Copyrights by  Michael Hazod, 2000, letzte Änderungen/last Changes: Dez. 5, .2009

W E R K L I S T E

Semper Dowland 1985

für Flöte und Gitarre
4 Variationen über das Dowlandlied “come again“,
die sich im Stil immer mehr von der Vorlage entfernen.

UA in der H-J.Kirche Wels


Poema del cante jondo 1985/rev.:1995

für Sopran, Gitarre, Flöte

I El Grito
II Tierra seca
III Clamor
IV La Cruz
V Las seis cuerdas
VI Ay!
VII Y despues.

Sieben Lieder nach Texten aus dem gleichnamigen Gedichtband von F.G.Lorca.

UA im Kornspeicher Wels
ORF Prod. 15´
Rev. Fassung im Brucknerhaus Linz
auf CD


Milonga 1986

für 2 Gitarren
2 Sätze: Milonga, Rumba
Nach einer Milonga von Paco Pena
10´
UA im Kornspeicher Wels


Passacaglia 1986

für Gitarre solo
Die strenge Form einer Passacaglia wird gelockert.
Zwei komlementäre 6 - Tonreihen (im 1. Und 2. Satz) werden im 3. Satz zu einer 12-Tonreihe vereinigt.
Eine Coda beschließt die Komposition.
Private Aufnahme 10´
UA in Ev. Christuskirche Wels


Villonballaden 1988

für Gitarre solo
7 Variationen über „Calata spagnuola“ von J.A.Dalza(um 1500). Die kurzen Stücke wurden für einen Abend mit Balladen von Fr. Villon geschrieben.

Es werden verschiedene Gitarre-Spieltechniken verwendet und sie nehmen auf ausgesuchte Villon-Balladen Bezug.
ORF/live-Mitschnitt + Private Aufnahme 12´


Adagio 1988

für Orchester: 10,8,6,4,4,2Fl,2Ob-Eh.,2Kl, 2Fg, 2Hörner, 1Git.-verst., Schlagw.
A-B-A-C-A-D-A - Rondoform mit einer 6-Tonreihe
Auftrag des Welser Symphonieorchesters
private Aufnahme 6´
UA - in der Stadthalle Wels


Die Stimmen 1988

Collage nach dem gleichnamigen Gedichtzyklus von R. M. Rilke aus dem Buch der Bilder für 2 Sprecher, Bläserquintett, Schlagw., Git.
Kompositionsgrundlage ist ein altösterreichisches Volkslied aus der Sammlung des A.R.v.Spaun - Rilkes
Text wird teilweise rythmisch mit instr. Begleitung gesprochen, durch Zwischenspiele ergänzt.
ORF Live-Mitschnitt
UA in der Arbeiterkammer Wels
private Aufnahme 35´


„7 nicht so schwere Musikstücke“ 1989

für Klavier
Eine für Schüler im 3.od.4. Lernjahr gedachte Sammlung. Es werden jeweils verschiedene technische Probleme behandelt. Grundlagen sind Modi nach O.Messiaen. Die Schüler illustrierten die einzelnen Stücke.
private Aufnahme 8´
UA in der Musikschule Wels


Danza Paraguaya 1989

für großes Blasorchester
Arrangement nach der gleichnamigen Gitarre-komposition von A.Barrios Mangore 5´


Metamorphosen 1989

für Marimba und Gitarre
Von a-moll(1.Satz) über Aleatorik(2.Satz) zu ¼-Tönen, Cluster, Reihenform(3.Satz).
Der 3. Satz kann mit dem Titel:“Veränderungen“ als Einzelsatz gespielt werden.
Orf-Produktion 12
UA im Kornspeicher Wels
3.Satz auf CD


Fantasie über „da pacem domine“ 1989

für Flöte(Violine),Gitarre, Violoncello
Grundlage ist ein gleichnamiger gregor. Choral. Eine Choralfantasie für Orgel wird auf 3 Instrumente aufgeteilt.
ORF-Prod. 7´
UA in der Ägidikirche in Thalheim
CD


Konzert für Gitarre und Streicher 1989/90

I Clamor
II Baile
III Siguiriya
IV Fiesta
Flamenco, Heimat der Gitarre, ist Grundlage des Konzertes. Barocke Satzfolge mit annähernd gleicher Länge
20´
UA durch das OÖ. Kammerorchester in Linz
Konzert für Gitarre und Streicher in der Originalbesetzung

Ensemblefassung 1995
Für Git, Fl, Vl, Vla, Vc. Gleiche Satzfolge, geringfügige Änderungen
private Aufnahme 20´
UA im Orgelsaal der LMS Wels


Kindersonate 1990

für B-Klarinette, Klavier, Kontrabaß

I Vua lauta aungsd (Chr. Nöstlinger)
II Page d´ecriture (J.Prevert)
III Aktuelles (H. Domin)

Die Texte liegen den Sätzen programmatisch zugrunde. Modi nach O. Messiaen.
Private Aufnahme 12´
UA in der Arbeiterkammer Wels


3 Lieder für gem. Chor und Instrumentalensemble 1990

I Mei Radl
II Vua lauta aungsd
III I hau olaweu zua
Text: Chr. Nöstlinger-„Iba de gaunz oamen Kinda“
Weitgehende Tonalität in Verbindung mit freier Reihenform. Instrumentalensemble: B-Klarin., Fagott, E-Git., Marimba, Slgz.
10´


Ländler für Streicher Ländler für Streicher

Das Werk für Kammerorchester ist in 4 Abschnitte gegliedert, die ohne Zäsur aneinanderzureihen sind. Als Arbeitsgrundlage diente eine Tanzweise aus der Sammlung österreichischer Volksweisen des A.R.v.Spaun (Wien1845). Eine Art Kammersymphonie in knapper Form.
Reihenform aus dem reduzierten Thema.
12´
UA Konzerthaus Wien


Das Lächeln am Fuße der Leiter 1991

Für Baß-Bariton, Sprecher,...in, 2 Vl, Kb, B-Kl, Alt-Sax, B-Tr, Pos, Akk, Schlagw.
Die gleichnamige Erzählung von Henry Miller wurde reduziert, aber nicht bearbeitet, und zu 10 Szenen in einem Akt gegliedert. Thema: Der Clown August möchte den Menschen die ewige Freude vermitteln und scheitert daran.
Tonmaterial: Leiter aus der Oberttonreihe.
45´
UA in der Arbeiterkammer Wels


Warum 1992

Für Jugendchor(S.1/2,A.) und Jugendorchester
8/8/5/3/2/,2Fl,2Ob,2Kl,2Fg,2Tr,E-Git,E-Baß,Schlagw.
Kinderkantate nach Texten von Erwin Friedl(auf Anregung durch den Komponisten)
I Warum
II Was Kinder oft hören müssen
III In meinem Kopf, da leben alle meine Wünsche
IV Zeit
Weitgehende Tonalität und Verarbeitung eines Mühlviertler Wiegenliedes(2.u.3.Satz) und des Kanons: Da pacem domine von Melchior Frank(1629)(4.S.)
private Aufnahme 20´
UA in Rohrbach


Sprachlos 1993

Für Gitarre und Elektronik (Verstärker, Hall- + Echogerät). Anlaß für diese Komposition war der Ausbruch des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Verarbeitet wird das „Thema regium“ von J.S.Bach. Der klassische Ton der Gitarre wird verändert um dem Anlaß gerechter zu werden.
Studioproduktion 14´
UA Konservatorium Graz CD


Flamencos 1994

4 Trios für Gitarren (Ricordiverlag)
Die kurzen Stücke wurden für das Gitarrenensemble in der Musikschule geschrieben
12´
UA in der LMS Wels


División 1995

Für symphonisches Blasorchester im Auftrag des symph. Blasorch. des Brucknerkonservatoriums Linz.

I Siguiriya
II Danza presumido

Zwei thematisch völlig verschiedene Sätze, die als Einzelsätze, aber auch zusammen gespielt werden können. Siguiriya basiert auf einem gleichnamigen Flamencotanz, danza presumido (protzig) auf einem altösterr. Volkslied. 18´
UA Brucknerkonservatorium Linz


Passacaglia 1995

Für Gitarre solo
Fantasie (Variationen) über“da pacem domine“
(gregorianischer Choral)
private Aufnahme 6´
UA Zell a.d.Pram


Rythmusspass 1995-97(rev.98)

5 Kompositionen leichten bis mittleren Schwierigkeitsgrades wurden für das Gitarrenensemble der Musikschule geschrieben. Auf behutsame Weise soll neue Musik den Schülern vermittelt werden.
UA in der LMS Wels


Nocturne I und II 1996

Für Klavier, Violine und Violoncello
Im Auftrag von music on line vienna schrieb ich zwei Nocturne. Sie stehen unter dem Einfluß von Schuberts „Notturno“D.897
ORF-live Mitschnitt 22´
UA im Schuberthaus in Wien
CD


Guitar for fun 1995-97 (rev.99)

Eine Sammlung leichter Gitarrenstück für 1 bis 2 Gitarristinnen-en an Musikschulen
10´


Orchesterbilder 1997/98

Für großes Orchester
Im Auftrag des Brucknerbundes Gmunden schrieb´ich zwei der geplanten 4 Bilder für Orchester.

I Choral - UA Budweiser Philharmonie in Gmunden ca.9'
II Totentanz
Tatsächliche und imaginäre Bilder dienten als geistige Vorlage. Das Tonmaterial entnahm ich aus Bruckners Finalsatz der IX. Symphonie.
gesamt ca.17´
UA im Stadttheater Gmunden


5 Zwischenspiele 1997/98(rev.99)

Für Flöte und Gitarre

I Vivo ce
II Fantasi e
III Be dagio
IV Fantasi es
V Vivo cis

Die 5 Sätze können einzeln, aber auch in Kombinationen gespielt werden. Motivisch und rythmisch passen I und V, sowie II und IV zusammen.
Grundlage ist die Kadenz :a/c-e-b-es-a/cis
20´
UA in der Martinskirche in Linz


7 Spielstücke 1998

für Violine und Gitarre - meinen Söhnen Sebastian und Florian gewidmet.
Als Musikschüler in Wels spielten sie einige Uraufführungen der 7 Sätze.
ca. 20`


Gespräche 1999

Eine Meditation für Orgel, Viola Gitarre, sowie Flöte, Violine und Violoncello. 6 Abschnitte , denen ein programmatischer Text zugrunde liegt, werden ohne Zäsur zu einem instrumentalen Requiem .

1) Requiem (aus der missa pro defunctis)
2) Versammelt vor dir... (Zwischenspiel)
3) Ich weiß, ich bin ein Teil doch namenlos... (Gedicht von Johann Hazod )
4) Hostias (aus der missa pro defunctis)
5) Versammelt vor dir... (Zwischenspiel)
6) Requiem - (aus der missa... + Ihr an den Gräbern.... - Gedicht von J.H.)
private Aufnahme 20´
UA 28.04. 2000 in der evangelischen Christuskirche in Wels durch E.W.


t = v/s (Zeit = Geschwindigkeit durch Weg) 2000

a) Unumkehrbarkeit der Zeitreihe
b) Stillstand der Zeit
c) Die Zeiten ändern sich

Im Auftrag der O.Ö. Landesregierung anläßlich der Eröffnung der O.Ö. Landesausstellung geschrieben, hat die Komposition das Thema Zeit - Mythos - Phantom - Realität zum Thema. Es ist ein zeit-mythos-phantom-realität - Klangspiel für Steicher (mindestens 3/3/3/2/1), E-Gitarre und Schlagzeug.
UA am 27. 04. 2000 im Stadttheater Wels
private Aufnahme ca.6‘


Wind trägt des Tanzes Taumel 2000

1) Regenzeit
2) Frühling

Im Auftrag des Linzer Gitarrentrios schrieb ich diese Komposition. Dazu verwendete ich als Gedankengrundlage 2 Gedichte des bengalischen Dichters Rabindranath Tagore(der Titel ist eine Verbindung beider Gedichte). Weiters bediente ich mich der Modi und der Methode der hinzugefügten Werte nach O. Messiaen. Der Hindurythmus Ragavardhana im 1.Satz, ein Hindu-Raga im 2. Satz Polymodalität und zum Teil Programmmusik kennzeichnen das zweisätzige Werk.
ca.9‘


ASYL 2001

Kammeroper nach einem Libretto von Henriette Sadler
Asyl basiert auf der Erzählung:“ Im Asyl für Obdachlose „ von Maxim Gorki. Henriette Sadler reduzierte die Anzahl der Personen, gab Ihnen andere Namen, schrieb in einem kurzen(fast Schlagwort-)Stil, jedenfalls entstand ein eigenes Werk der H. Sadler.
Meine Musik verzichtet auf russische Folklore, ich verwendete als Grundlage ein (reduziertes) russisches Volkslied, eine 14-Tonreihe über den Namen Modest Mussorgski und das Gottesnarrenmotiv aus seiner Oper Boris Godunow, zusätzlich verwendete ich einen gregorianischen Choral. Alle Hauptpersonen bekamen ein bestimmtes Instrument und bestimmte Rythmen zugeteilt.
Der Komposition möchte ich das Motto:“Randlage in E“ geben. Die Asylbewohner befinden sich am Rand der Gesellschaft. Weitgehend orientierte ich mich bei der Vertonung am Sprachrythmus. Zur Umsetzung des Sprachrythmus diente mir der Hip-Hop als Vorbild.
Die Oper dauert 1h+30'
Besetzung - Hauptrollen: Rittmeister-Bariton, Schreiber-Baß, Lumpenflicker-Tenor, Prinzessin-Mezzosopran, Chor der Asylbewohner(Wirtshausleute).
Weiters: Reßzahn-Bariton, Besitzerin-Sopran.
Barfüßiger(stiller Beobachter) und Wirt - Sprechrollen, sowie Architekt, Polizisten, Bauarbeiter.
Orchesterbesetzung:
Flöte(Altfl.,Picc.), Altsaxophon - B-Klarinette (Sopransax), Posaune, Tuba, E-Gitarre(akk. Git.), Streicher:1,2,1,1, mind.2 Schlagwerker: 4 Stabspiele, 4 Pauken, kombiniertes Schlagz., etc.

Uraufführung: 21.,22.,23. Nov. 01 im ABC-Ansfelden


Malaguenas - Verdiales 2002

Für das "neue ensemble linz" und dessen Leiter Alfred Peschek schrieb ich im Jän. und Feb. 02 diese Komposition. Uraufführung : 14. Juni 02 bei "Neues in der Arkade" in Wels.
Besetzung: Blocklöte, Klarinette, Trompete, Posaune, Violoncello, Gitarre, Schlagzeug. Dauer: ca 9`
Malaguenas und Verdiales sind Flamencogesänge, die ihren Ursprung im Fandango haben. Diese Gesänge nahm ich für meine Komposition als Vorlage. In Malaguena wird ohne bestimmtem Rythmus frei zu vorgegebene Melismen improvisiert (grafisch notiert). Nach einem kurzen Zwischenspiel(Cluster) ist Verdiales in traditioneller Notation geschrieben. Kompositionsgrundlage ist weiters das Lied "Tres Hojas" aus der Volksliedsammlung von F.G.Lorca.


tensions 2002

Eine Übermalung in 5 Spannungsfeldern

ist eine Auftragskomposition durch die Stadt Ansfelden und bezieht sich auf Spannungsfelder zwischen Reklametürmen - Kirchturm - modernes ABC-Zentrum - Brucknergeburtshaus - moderner Telecomturm - alter Ortskern von Ansfelden etc. Die Komposition hat vielfach ihre Wurzeln im Finalsatz der IX. Symphonie von Anton Bruckner. In den 5 Spannungsfeldern(vorwiegend E - Git. + Schlagw.) wird ein Tonband mit Bruchstücken der Streicher aus Bruckners Finalsatz zugespielt und von der live-Musik "übermalt". Die tensions werden unterbrochen von interluds (Ruheteile), insgesamt ergibt sich folgende Form: A-B-A-C-A-D-A-D-A-E-A-D`-A
Dauer: ca. 20 Minuten
Besetzung: Streichquartett + Kontrabaß, E-Gitarre, Schlagzeug + Vibraphon(1 Spieler)
Uraufführung: 29. 11. 02 im ABC-Ansfelden


2 Parralieder 2003

Yo canto la diferencia
En los jardines humanos
Beeindruckende Texte der chilenischen Künstlerin und Regimekritikerin für Gesang und Gitarre geschrieben
Ca.4'


grooving set 2003

für Gitarre solo - als Solokonzertstück für Musikschüler zur Übertrittsprüfung in die Mittelstufe gschrieben. 3.00'



...Leuchtete das Licht der Seelen.... 2003

Hommage à Hugo Wolf – Fantasie für Violine und Klavier (eine Betrachtung des Liedes „Alles endet, was entstehet“ für tiefe Stim-me und Klavier von Hugo Wolf nach einem Text von Michelangelo Buo-narrotti).
Der Titel meiner Komposition ist in einem der 4 Verse enthalten, die H. Wolf aus dem Michelangelogedicht gestrichen hat. Das Lied , eines der letz-ten Kompositionen von Hugo Wolf auf den Michelangelotext bildet die gedank-liche Grundlage für die Fantasie für Violine und Klavier, die ich im Auf-trag von Elena Denisowa und Alexej Kornienko schrieb. Kein technisches Bra-vourstück, sondern Musik, die sich allmählich auf ein „Nichts“ reduziert und von den Interpreten sehr viel Ruhe verlangt (1/4=56-46, mf-ppp). 2 mög-liche Schlüsse: Einer nach etwa 9´30´´, der 2. nach etwa 14´30´´. Das Ton-material und ein rythmischer Baustein lassen sich aus dem Wolf-Lied ablei-ten. Frei notierte Teile (Cluster mit Clavesstab auf die Klaviersaiten...) wechseln mit traditionell notierten Abschnitten.
UA 10.10.2003 Schloss Belvedere in Wien anlässlich einer Hugo Wolf-Tagung


Im Märchenland blüht die Poesie 2004

5 Lieder für Sopran und Klavier nach Texten von Rose Ausländer.
1) Im Märchenland blüht die Poesie
2)Sehnsucht nach Worten
3)Mai mein Monat
4)Im Himmel wo die Welten blühn
5)Ich bin ein Baum
Im Auftrag der Düsseldorfer Sopranistin Caroline Isabell Merz schrieb ich diese Lieder, die ich über dem Sprachrythmus : Mai Rose Ausländer (aus) Czernowitz sowie über die Zentraltöne a (wie Ausländer), b (=ai-s wie Mai, der Lieblingsmonat der Dichterin) und c (wie Czernowitz) komponierte.
ca. 10'


Y arriba quemando el sol
( und die Sonne am Himmel lacht )
2004

Die Fantasie über das Protestlied der chilenischen Sängerin, Künstlerin, Regimekritikerin Violeta Parra ist meine Art mich mit ihrer Kunst auseinanderzusetzen. Für das Streichquartett "Spring Strings" schrieb ich das etwa 12 minütige Stück, das in VIII Teile gegliedert ist, die unmittelbar aneinanderzureihen sind. Freie Teile wechseln mit stark rythmisierten ab, wobei der Rythmus zunehmend dominiert. Wer will kann den I. und VIII. Teil weglassen und das Werk somit etwas straffen. Das Lied "y arriba quemando el sol" bildet die gedankliche und rythmische Grundlage für meine Komposition, weiters kommt an einigen Stellen eines der letzten Lieder von Violeta Parra "gracias a la vida" in reduzierter Weise vor.
UA 17.Sept. in Wels ca. 12'


Aquarell 2004

für Viola (Klarinette), Klavier, Kontrabaß (Tuba, Posaune)
Aquarell ist auf Anregung des Klavierpädagogen, Konzertpianisten und Freundes Dino Sequi entstanden, eine Klavierkammermusik für Schüler zu schreiben. Meine Komposition bezieht sich in Titel und Inhalt auf die Canzonetta (Nr. 1 aus den „Aquarellen – kleine Tonbilder für Pianoforte“)von Max Reger. Dankenswerterweise hat mir das Max Reger-Institut in Karlsruhe eine Kopie der vergriffenen Auarellen Regers geschickt – die Canzonetta daraus ist am Ende angefügt und kann im Zusammenhang mit meiner Komposition gespielt werden. Aquarell ist so geschrieben, dass die Baßstimme weggelassen werden kann. Durch transponieren und anpassen an die Spielweise eines Blasinstrumentes kann das Stück auch mit Klarinette, Klavier und Tuba oder Posaune gespielt werden, wofür es bei Bedarf eine eigene Stimme gibt.
UA bei den internationalen Max Reger-Tagen an der Bruckneruniversität in Linz am 15. 4. 05 ca.6'


Recuerdo Antonio P. 2004/05

für Violine, Violoncello und Kontrabaß
Auf die Bitte meiner Kontrabaß-Kollegin an der LMS Wels Barbara Schachenhofer schrieb ich in den Weihnachtsferien 2004/05 den Rumba Flamenca. Die Besetzung ergibt sich für den Landeswettbewerb „prima la musica“ 05 in Linz, wo das Stück uraufgeführt wird. Antonio Piñana war mein Lehrer in Cartagena (Andalusien) für Flamencomusik, Flamencogitarre. Der Rumba Flamenca ist eine Erinnerung an viele Elemente des Rumba, den ich damals bei Antonio spielte.
UA in Linz im März 05 ca. 6‘


Halma 2004/05

für Jugendstreichorchester:Mindestbesetzung – 6xVl1, 6xVl2, 4xVla, 4xVc, 2xKb.
UAS (UpperAustrian Sinfonietta) ist ein oberösterreichisches Schüler–Streichorchester, das jährlich im Sommer eine Woche lang intensiv ein Programm probt und das Ergebnis bei Konzerten vorzeigt. Peter Aigner, der Leiter des Orchesters, gab den Anstoß, für das Orchester ein Stück zu schreiben:
Halma ist ein Brettspiel, bei dem die Spieler aus entgegengesetzten, geordneten, Positionen aufeinander zugehen. In meiner Komposotion ist es umgekehrt: Am Anfang und am Ende ist „Chaos“,Unordnung, die Spieler, Spielerinnen reden miteinender über das Spiel oder über das letzte Orchestercamp oder über den Raptext:"Halma, das ist ein Spiel..." und zupfen oder tremoliern zum Einspielen, der Dirigent kommt auf die Bühne - findet aber wenig Beachtung...Diese scheinbare Unordnung geht langsam über in geordnete Bahnen. Über einer Jazzkadenz: D-Be9-e7(be5)-A7-d-Be-e-A-d-Be-e-A-D steht der Sprachrythmus „Halma! Das ist ein Spiel für coole strings. Halma ist ein Spiel für die Uas. U, A, S, UAS!“ im Zentrum der Komposition.
UA Sommer 2005 im Schloß Weinberg. Weitere Aufführungen: in Linz-Ursulinenhof (9.1.06) und Kremsmünster (Veranstaltungssaal (12.1.06)
ca. 8-10‘


La presenza 2005

für 3 Instrumente (Vl, Vla, Vc, oder: Fl, Kl, Fg, oder: Klarinette, Bassetthorn und Baßklarinette oder: gemischte Besetzung) und Gitarre.
Der von der IGNM ausgeschriebene Wettbewerb "Komtur" und mein Wunsch, ein Stück für Gitarre und variable Besetzung zu komponieren waren Anlass für La presenza (=italienisch: ständig anwesend). Mozart ist ständig präsent, der Komtur aus der Oper Don Giovanni ist die Figur, die mich besonders interessierte: Der steinerne Gast, das Gewissen, der Friedensaktivist ist ständig in meiner Komposition vorhanden. Der ursprüngliche Stoff des Don Giovanni stammt aus Sevilla (an einer Stelle ist ein Sevillanas in der Gitarre angedeutet).
D-moll aus der Oper Don Giovanni = D als Zentralton meiner Überlegungen!
UA am 28. 10. 05 in Rohrbach, weitere Aufführungen in Kirchdorf (O.Ö., Teheran-Kulturinstitut, Teheran-Rudakihall, Schiraz-großer Stadtsaal)
ca.14'00''


fumo e foco 2005/06

Tra fumo e foco … badate un poco… l’uomo di sasso… fermate il passo… giusto l’a sotto… diede il gran botto… giusto l’a il diavo-lo se’l trangugiò. (In Rauch und Feuer… gebt acht, ich sag’s schon… der Mann von Marmor… halt doch, bleibt stehen… grade da un-ten… schlug es gewaltig… dort schlang der Teufel ihn gierig hin-ab.)
Dieses Zitat aus der Oper Don Giovanni von W.A.Mozart ist Ausgangsmaterial für meine Komposition. Leporello berichtet ganz aufgeregt über das unfassbare Ende seines Herrn Don Giovanni.
Die Aufgeregtheit des Leporello ist im ganzen Stück erkennbar. Ein Grundtempo bleibt in allen drei Abschnitten, die ohne Pause aneinander zu reihen sind, gleich.
Fumo e foco, ein virtuoses Kammermusikstück , ist meinen Freunden Elena Denisova - Violine und Alexei Kornienko - Klavier gewidmet.
UA 13. 04. 06 Opatija-Festival ca.6'


misa flamenca 2005/06

Messe für gemischten Chor, 2 Solisten (Tenor, Mezzosopran) und Or-chester: 2 (Flamenco)Gitarren, 1 sechssaitige Bassgitarre (alle 3 verstärkt!), Flöte (Piccolo, Sopran-, Alt- und Bassflöte – 1 Spie-ler), Schlagzeug (Cajon, Darabukka, Kastagnetten, große Trommel, Tam Tam, 2 Fingerzimbeln, kl. Trommel, Rahmentrommel – 1 Spieler)
Misa por coro mixto, tenor e mezzosoprano – solo, 2 guitarras (flamenca), 1 guitarra bajo(6 cordas!)-(todos amplificado !), flauta(piccolo, soprano, alto, bajo – 1 instrumentista), bateria(cajon, darabukka, castañuelas, bombo grande, caja,Tam Tam, 2 cimbalos, marco tambor – 1 instrumentista).

Kyrie – Tarantas
Gloria – Fandangos
Credo – Saeta
Sanctus – Alegrias
Agnus Dei – Taranto

Im Zentrum meiner misa steht die Idee Flamenco, Flamencorhythmen, Flamencogesang als Grundlage für eine Messkomposition zu nehmen. Es ging mir nicht darum Flamencomusik zu kopieren und mich genau an deren Formen zu halten, sondern eine Basis zur Verwirklichung meiner Ideen zu haben. Die Messe ist sowohl für die Liturgie als auch für das Konzert gedacht. Die Gitarren müssen verstärkt wer-den, damit mit dem Chor und den Solisten die richtige Balance ent-steht. Nachdem die Länge aller 5 Teile etwa 45 Minuten beträgt, kann man für den liturgischen Gebrauch Kürzungen vornehmen.

Kyrie:
Als Vorlage diente eine Tarantas, ein sehr ernster Flamen-cogesang mit großen rhythmischen Freiheiten. Der Zentralton ist Fis, die Form ist: A-B-A. Die angegebene Metronomzahl für den Chor kann dem Tempo des Sologesangs entsprechend geändert werden. Die Stimmenteilungen sollten einen Klangteppich als Grundlage für die Solisten ergeben.

Gloria
ist ein Strophenlied nach dem Vorbild eines Fandango de Huelva und hat die Form A-B-A-C. Eine Granaínas (Fandango grande) ist Grundlage für den Mittelteil, Zentralton ist G.

Credo:
Rhythmus einer Siguiriya in der Form: A-E-B-F-E-F-C-E-D-G-E-H. „Polyphones Beten“ wechselt im Chor mit homophonen Teilen ab und mündet am Ende in ein Fugato. Zentralton ist Cis.

Für das Sanctus
diente eine Alegria (fröhlicher Flamencogesang,-tanz)mit dem Zentralton C als Vorlage. Minimalmusic abgelöst durch Alegrias-compás(Gitarren), Chorcluster und frei verwendete Teile einer Alegrias kennzeichnen den Satz der mit palmas im Alegria-compás endet.

Das Agnus Dei
entspricht harmonisch und melodisch dem Kyrie, steht aber in einem 4/4-Takt(Taranto)mit dem Zentralton Fis. Viele Teile des Kyrie werden mit anderem Text wiederholt, aber in einem fixen Takt.

11.05.07


Malagueñas – Verdiales 2006

Malagueñas und Verdiales, Flamencogesang bezw.–Tanz, haben ihren Ursprung im Fandango und sind im 19. Jh. oft im Gebiet um Malaga (Andalusien) gesungen worden. Aus dieser Zeit gibt es viele über-lieferte Texte berühmter Flamencosänger. Malagueñas ist ein frei-er, melismatischer Gesang, mit Gitarrenbegleitung ohne bestimmtem Rhythmus. Verdiales ist Gesang und Tanz mit Gitarren-und Kastag-nettenbegleitung und steht wie der Fandango im ¾ Takt.
Diese Gesänge nahm ich für meine Komposition als Vorlage, weiters war das Lied „Las Tres Hojitas“ aus einer Volksliedsammlung von Federico G. Lorca eine Vorlage. Malagueñas-Verdiales gibt es von mir in der Fassung für Blockflöte, B-Klarinette, Trompete, Posau-ne, Violoncello, Gitarre und Schlagzeug. Diese Fassung liegt hier für Flöte, B-Klarinette, Viola, Violoncello, Gitarre und Schlag-zeug in etwas gekürzter Bearbeitung vor.
Im Malagueñas wurden die melismatischen Gesangsteile zwar in ein Taktgefüge gebracht, sie sind aber weitgehend frei zu gestalten und von den übrigen Instrumenten zu „kommentieren“.
Im Verdiales sind die Gesänge in ein starres Rhythmuskorsett ein-gebunden. Die Schlagzeugimprovisationen sollten so reichhaltig wie möglich sowie dem Charakter des Stückes und den „Vorlagen“ der üb-rigen Instrumente entsprechend sein.
Die Partitur steht in C.
Besetzung – Malagueñas : Altflöte, B-Klarinette, Viola, Violoncel-lo, Gitarre, Schlagzeug: Holzboden oder Holzbrett, oder Holzsessel oder…, präparierte kleine Trommel (Trommel umdrehen und stick durch snare-Saiten stecken)- auf den Saiten oder am Fell improvi-sieren, 3 Tom.
Besetzung – Verdiales : Flöte, B-Klarinette, Viola, Violoncello, Gitarre, Schlagzeug: Präparierte kleine Trommel (Trommel umdrehen und stick durch snare-Saiten stecken)- auf den Saiten oder am Fell improvisieren,4 Tom, Cajon.
Erstaufführung der Bearbeitung: 24. 4. 07 Brucknerhaus Linz, ENSEMBLE WELS
Wels, 21.12.06


Yo canto la diferencia 2006

6 Lieder nach Texten von Violeta Parra
für Mezzosopran
Flöten (Sopranflöte, Altflöte, Piccolo, Bassflöte),
Schlagzeug (Bongos, Rahmentrommel, Cajon, Triangel)
und Gitarre

1) En los jardines humanos In den Gärten der Menschen
(Liebeslied)
2) Yo canto la diferencia Über den Unterschied singe ich
(politisch, kritische Ballade)
3) Arriba quemando el sol Und die Sonne am Himmel brennt
(Ballade über das Elend der Minenarbeiter)
4) Rin del angelito Tanz des kleinen Engels
(Lied über ein Kinderbegräbnisritual in Chile)
5) ?Qué dirá el Santo Padre? Was sagt der heilige Vater wohl?
(Ballade über Unrecht in Chile)
6) ?Qué he sacado con quererte? Was blieb mir von der Liebe?
(Liebeslied)
Aus dem umfangreichen Schaffen der chilenischen Universalkünst-lerin, Volksliedforscherin, Regimekritikerin, Sängerinb Violeta Parra (1917 – 1970) wählte ich sechs Texte aus und stellte einen Liedzyklus zusammen. Parra’s Texte sind balladen-artige, umfangreiche Schilderungen über Missstände, Unrecht, Un-terdrückung im Chile der 1930 – 60er Jahre, aber auch berührende Texte über die Liebe und allgemeinmenschliche Probleme. Die vielen Strophen zu ihren Liedern kürzte ich auf das Wesentliche, ihre Musik zu den Texten war eine gedankliche Grundlage für meine Komposition.
UA am 24.4.07 im Brucknerhaus Linz, Christa Ratzenböck Mezzosopran und ENSEMBLE WELS


transfering 2007

transfering
klangbilder für die musikfabriksüd
der e–gitarrist verwendet für das „sounddesign“ ein oder mehrere effektge-räte mit denen er klangschleifen verschiedenster art erzeugen kann. einige dieser effekte greife ich auf, übertrage(transfering) sie auf die komposi-tion in der vorliegenden besetzung und male damit meine sounds: z.B. echo, kanon, wahwah-sound, verzerrer, tonhöhenschwebung, sordino….
die besetzung: flöte (piccolo), konzertzither, tenorhackbrett, doppelpedal-harfe, akkordeon, viola ist in der österreichischen volksmusik anzutreffen, daher nehme ich als ausgangsmaterial einen „almer“ aus der volksliedsamm-lung des anton ritter von spaun (wien 1845) und verändere dieses soweit, dass es meinen ideen hilft.
folgende zusatzgeräte sind für die durchführung notwendig:
die konzertzither braucht zum dämpfen ein stück holz in der breite der zi-ther, das mit einem antirutschbelag für teppiche umwickelt ist. Weiters 2 weiche marimbaschlägel, eine packpapierrolle in der breite der zithersai-ten, ein gitarrenplektron.
das tenorhackbrett braucht ein gitarrenplektron und einen pauken -
oder weichen marimbaschlägel.
die doppelpedalharfe braucht einen pauken – oder weichen marimbaschlägel und einen triangelstab.
UA 21.11.07 Klagenfurt mit Musikfabrik Süd unter Bruno Strobl ca.9’


7
Gedanken zum Bardo Thödol von Michael Hazod
zu 7 Raumklängen von Michael Enzenhofer.
2008

1) Gedankliche Grundlage zu meiner Komposition für ein beliebiges Instrument + sound-Installation, die im Wesentlichen ohne Aufregungen, Spannungen, komplizierten rhythmischen Abläufen, wie man sie heute vielfach in der Neuen Musik vorfindet, auskommt ist das tibetanische Totenbuch, Bardo Thödol. Ein Buch, das 49 Tage im Zwischentodreich, also den Zeitraum vom physischen Ableben bis zur Wiedergeburt, beschreibt.
2) Das Symbol eines 7 x aufspringenden Balles zieht sich wie ein roter Faden durch, wie überhaupt die Zahl 7 nicht nur symbolisch, sonder wesentlich ist für die Improvisationen zu den Raumklängen des Komponisten Michael Enzenhofer. Das Spiel des live-Instrumentalisten-in (zum Beispiel Flötist,-in) geschieht zu 7 vorgefertigten sounds in 7 Abschnitten, die sich vom Charakter unterscheiden. Die Dauer der 7 Teile ist abnehmend: 5’43’’, 4’47’’, 3’51’’, 2’55’’, 1’59’’, 1’03’’, 07’’. Der letzte Abschnitt kann beliebig gedehnt werden.
Im Buch des Bardo Thödol (tibetanisches Totenbuch) kann man auch von 7 Grundvokalen lesen, ich ordne die Vokale folgenden Tönen zu: c=o, d=u, e=e, fis=li, g=ri, a=a, be=i, (h=o).
3) Die 7 Teile werden durch Pausen unterbrochen, die Pausen werden immer kürzer: Am Anfang, vor dem 1. Improvisations-teil, 49’’(ff), dann 42’’(f), 35’’(mf), 28’’(mp), 21’’(P), 14’’(pp), 07’’. In den Pausen improvisiert der Spieler auf dem Tam Tam mit einem großen Schlägel und vibriert mit einem Stick. In der Pause vor dem 7. Abschnitt geschieht nichts.
4) Für die Improvisation kommt zusätzlich eine große Trommel dazu, die manchmal eingesetzt wird. Für den Improvisator wird ein Improvisationsbuch angelegt, das ein work in progress ist. Die Improvisationsteile sind Vorschläge, die der Spieler in der Reihenfolge ändern kann. Es sind Oktavierungen möglich, Spieltechniken und Phrasierungen sind weitgehend frei.
Der Grundcharakter des Werkes ist nicht nervös oder hektisch, sondern ruhig ohne große Spannung.
Die Gesamtdauer der Komposition ist 23’41’’.


like a bouncing ball 2008

für Trompete(C), Tenorposaune(C), Schlagwerk: Ping Pong Ball auf Glasplatte, 1e Pauke, ca. 5 verschiedene Tam Tams, 1 Be-cken.
Gedankliche Grundlage zu meiner Komposition ist das tibetische Totenbuch, Bardo Thödol (wie schon für meine Komposition „7 Gedanken zum Bardo Thödol“ für ein beliebiges Instrument und Raumklang). Ein Buch, das 49 Tage im Zwi-schentodreich, also den Zeitraum vom physischen Ableben bis zur Wiederge-burt, beschreibt.
In einem Kommentar zum tibetischen Totenbuch heißt es, dass man sich die 49 Tage bis zur Wiedergeburt wie einen Ping Pong Ball vorstellen kann, der im-mer kürzer aufspringt bis er zur Ruhe (Wiedergeburt) kommt. Das Symbol ei-nes 7 x aufspringenden Balles zieht sich wie ein roter Faden durch die Kom-position „like a bouncing ball“, wie überhaupt die Zahl 7 nicht nur symbo-lisch, sonder wesentlich ist für die Improvisationen für Trompete(C), Te-norposaune (C) und Schlagwerk, ebenso 4-malige Wiederholungen als Symbol des Lebenskreises.
In „like a bouncing ball“ zitiere ich aus dem Improvisationsbuch zur Kompo-sition „7“ folgende Teile:
„Grundvokale“, „Strom – Unterbrechung – Strom“, „absinken“, balancierende Nadel“, „Umkehrung“, „hirnbetäubendes Beben“, „Strahlung klaren Lichts“, „mystischer Gesang“.
Alle Tempoangaben sind variabel, die Angaben über Dämpfer sind nicht end-gültig, die Posaune kann zwischen 3 Improvisationen wählen, die sie bis zur Seite 9 u. ständig wiederholt, der Schlusston be, Be – kann in verschiede-nen Oktavlagen gespielt und gleichzeitig gesungen werden, denkbar ist auch, dass der Schlagzezeugspieler, die Schlz.-spielerin ein be mitsingt und die-ses in 1/8 und 1/4 - Tönen variiert.
UA, November 08 in Linz ca. 14’


reflexion 2009

für Violoncello solo
Gedankliche Grundlage zu meiner Komposition ist das tibetische To-tenbuch, das Hörbuch „Bardo Thödol“ (wie schon für meine Komposi-tion „7 Gedanken zum Bardo Thödol“ für ein beliebiges Instrument und Raumklang). Ein Buch, das 49 Tage im Zwischentodreich, also den Zeitraum vom physischen Ableben bis zur Wiedergeburt, be-schreibt.
In einem Kommentar zum tibetischen Totenbuch heißt es, dass man sich die 49 Tage bis zur Wiedergeburt wie eine „Reflexion von Ge-dankenformen“ vorstellen kann.
In reflexion zitiere ich aus dem Improvisationsbuch zur Kompositi-on „7“ folgende Teile:
„Grundvokale“ (Einleitung), „rollender Widerhall“(1), „lotrechter Pfad“(2), „Strahlungskörper“(3), „5 Elemente im Rad des Le-bens“(4), „Strahlung klaren Lichts“(5), „Reflexion von Gedanken-formen“ (6), „blendende Farben“(7),. Die Titel der einzelnen Ab-schnitte stammen aus dem Kommentar und sind eine Erklärung des Bardo Thödol.
Grundsätzlich hat der Interpret, die Interpretin, große Freiheiten besonders in der Artikulation. Manche Tempoangaben sowie Zeitanga-ben und die ungefähre Dauer des Stückes weisen auf die Interpreta-tion hin. Singen bedeutet, dass die Silben i,a,u,ri,e,li,o von Männerstimmen mit c, von Frauenstimmen mit c’ gesungen werden sol-len. Tempo – und Zeitangaben gelten für den jeweiligen Abschnitt.
Wolfgang Panhofer in Dankbarkeit für die Uraufführung am Mo. 27.
April imPavillon Wels herzlichst gewidmet. ca. 10'


sofangesheimlichan 2009/10

sofangesheimlichan
für Violine, Mezzosopran und Sprachgesang (eine InterpretIn)
nach Gedichten von Paul Klee
Paul Klee’s Bild „Anfang eines Gedichtes“ (1938) war Namensgeber und Aus-gangspunkt für eine Komposition mit Stimme und Violine, die von einer(em) InterpretIn ausgeführt wird. das Bild, gedruckt in dem Band mit Paul Klee’s Gedichten (von seinem Sohn Felix Klee im Archeverlag herausgegeben), enthält neben den Buchstaben des ABC die Wörter: So fang es heimlich an. Neben sehr tiefgründigen beinhaltet der Gedichtband auch viele humorvolle, skurrile Gedichte aus denen ich 10 Kurzgedichte zu einem Zyklus formte. Die Schweizerin Noëlle-Anne Darbellay verbindet virtuoses Violinspiel mit Ge-sang und Schauspielerei und beeinflusste bei einem Linz-Gastspiel die Kom-position. Noëlle-Anne Darbellay herzlichst gewidmet.
Das Stück ist sehr expressiv darzustellen und erfordert neben einer Mezzo-sopranstimme und Violinspiel auch schauspielerische Einfälle und Interpre-tation, die der InterpretIn viele Möglichkeiten über das bereits Angegebene hinaus gibt.
Anfang: In Wellen singen bedeutet, dass man die Violine imitieren soll, sich eine beliebige Oktavlage suchen kann und den Vokal A verschiedentlich formen soll. Nicht be singen heißt, dass man auf der Tonhöhe be’ nur den Konsonant B singen soll.
Gengsöfel: Mit vielen schauspielerischen Finessen spielen und singen (am Ende liegend?)
Allerhand und Bein: Wenn man will kann man in verschiedenen Tonhöhen spre-chen.
Elephantastisch: Mit viel Mimik und Gestik.
Zum Schluss: Sehr tänzerisch. Dauer ca. 10 Min.


Kreuzweg 2010

Kreuzweg
Meine Komposition „Kreuzweg“ ist eine Passacaglia in sieben Bildern:
Kreuz, Eli, fallen, 5 Elemente, fallen, Beben, 5 Elemente.
Es werden nicht alle 12 oder 14 Stationen des Kreuzweges Jesu nach - ge-zeichnet, nacherzählt, sondern unterteilt in 7 Abschnitte eine Komposition geschrieben, die Eindrücke verarbeitet, die beim Begehen des Kreuzweges in St. Georgen i. Attergau entstanden. Weiters wird auf Symbolik aus dem tibe-tischen Totenbuch zurückgegriffen und als Ausgangsmaterial die spiegelsym-metrische Pyramide genommen.
Besetzung: Flöte(n), Oboe, Klarinette (B), Flügelhorn B (Trompete C), Vio-loncello, Kontrabass Orchester-Stimmung, Schlagzeug (7 ungestimmte Holz-block (alternativ 7 verschieden lange, breite, starke Holzbretter) und 1e Röhrenglocke).
I Kreuz – Schlagzeug solo mit 7 verschiedenen Holzelementen
als Symbol für das Kreuz.
II Eli, Eli, lema sabachtani?
III fallen – Jesus fällt unter das Kreuz.
IV 5 Elemente im Rad des Lebens – Symbol aus dem tibetischen Totenbuch.
V fallen – Jesus fällt abermals unter das Kreuz
VI Hirnbetäubendes Beben – Erklärung für einen Zwischenzustand aus dem
tibetischen Totenbuch.
VII 5 Elemente im Rad des Lebens.
ca. 27 UA am 18. Juni 2010 am Kreuzweg und in der Kalvarienbergkirche
in Wels.


waunsd 2010/11

waunsd
für gemischten Chor a capella nach einem Gedicht „hob mi do gean“ aus dem Gedichtband „Iba de gaunz oamen fraun“ von Christine Nöstlinger.
Ein Grundrhythmus, Salsa - Rhythmus, begleitet das ganze Lied, anfangs und am Ende Tutti, die Strofen 1-5 begleiten die Männer. Die Koloraturen von Sopran und Alt werden transponiert in den Männerstimmen während der 6. Strophe wiederholt. Das Stück hat im Sinne des Auftraggebers tonale Wur-zeln. UA, 28. 04. Wels, 03’53’’
Hob mi do gean
Waunsd
net hamkumsd, is ma fad.
Waunsd
ewig fernschausd, duri ma lad.
Waunsd
ma ausn Weg gesd, weri gauns schdad.
Waunsd
nix redst auf mi, bini toteu vadrad.
Waunsd
mi nimma gean hosd, frisi mi blad.
Und daun
schdesd sche depat do ois da Mau
vun da digstn Frau im Gemeindebau


3 Inventionen 2010

Inventio = Einfall, aus einem musikalischen Einfall heraus entwickelt der Komponist das gesamte Musikstück.
Bei meinen „3 Inventionen“, die eine hommage á Alban Berg sind, stammt der musikalische Einfall aus dem 3. Akt der Oper Wozzek. In der Invention 1 ist es der Ton h, der durch die Anfangsbuchstaben a(Alban) und b(Berg) erwei-tert wird, sowie rhythmische Vorlagen. In der Invention 2 ist es besonders der markante Rhythmus, der die Grundlage bildet. Die Invention 3 hat einen 6-Klang und wiederum einige rhythmische Teile als Vorlage. Folgende Stim-mungen der Szenen 2-4 versuchte ich nachzuzeichnen:

Invention 1 „… s’ist still hier! und so dunkel… „ (Wozzek in der 2. Szene, Invention über einen Ton, h)
An einer anderen Stelle der 2. Szene sagt Wozzek zu Marie: „Fürchst dich Marie? … was zitterst? ... wer kalt ist, den friert nicht mehr.
Invention 2 „… man kann auch bloßfüßig in die Höll geh’n… „ (Wozzek in der 3. Szene, Invention über einen Rhythmus)
An einer anderen Stelle der 3. Szene sagt Wozzek: „Tanzt alle! ... Margret, du bist so heiß… wart nur, wirst auch kalt werden! ... bin ich ein Mörder?“
Invention 3 „… jetzt wieder das Ächzen … stiller, jetzt ganz still.“ (Hauptmann in der 4. Szene, Invention über einen Sechsklang)
An einer anderen Stelle der 4. Szene sagt der Hauptmann: „… Das Wasser ruft“, der Doktor: „… Das stöhnt……jetzt wieder das Ächzen.
UA 11. 04. 2011 Wels ca. 15 Min.


rlung 2011

rlung (tibetisch: Atem)
für Flöte und Stimme

Francesca Canali, eine suchende, den Klang und Ausdruck der Flöte und menschlichen Stimme verändern, gestalten wollende, seit einiger Zeit in Salzburg lebende Flötistin, bat mich ein Werk für sie zu schreiben. Singstimme und Flöte sollten kombiniert werden.
Meine Vorstellung zur Verwirklichung des Projektes heißt „rlung“ (tibetisch: Atem), Untertitel: „wie eine feder im wind“. Ich greife auf 7 Improvisationsteile zurück, die ich schon in meiner Komposition „7“ für Flöte und CD-Zuspielung verwendete. Diese Teile sind meine An-sicht, wie man das tibetische Totenbuch „Bardo Thödol“ musikalisch interpretieren kann. Ein Buch, das 49 Tage im Zwischentodreich, also den Zeitraum vom physischen Ableben bis zur Wiedergeburt, beschreibt.
Rlung, Dauer ca. 10 Minuten, hat als Quelle die Obertonskala, die 7 Teile werden durchbrochen durch liegende Töne mit Flöte und Singen der Vokale a-i-o-ru-e-li--u (alternativ: Obertongesang), die durch verschiedene Mundstellungen verändert werden können. Selten werden auch Chimes (Metallwindspiel) eingesetzt.
UA am 29. 04. 11 Vöcklabruck ca. 10'


Les couleurs de Colombe 2011

Un jeu de couleurs pour guitare solo d'après une Chaconne pour deux violes de gambe du Sieur de Sainte Colombe.
parce qu'il fait chanter les plus belles couleurs avec son jeu de viole de gambe.

Sieur de Sainte Colombe (ca. 1640 – 1700) war selbst ausgezeichneter Gambenspieler, der neben Werken für Gambe solo 76 concerts für 2 Bassgamben komponierte. Im 51. concert, „La Rougeville“, gibt es am Ende eine „Chacone“, die ich als Vorlage, Anregung, Ausgangsma-terial für meine Komposition für Gitarre solo nahm. Vor allem die Klangfarbe 2er Gamben ist es, die mich animierte und inspirierte. Durch verschiedene Spieltechniken lassen sich auf der Gitarre schöne, unterschiedliche Klangfarben erzielen. Das Stück ist in 7 Teile gegliedert, die aber alle unmittelbar zusammenzuhängen sind. Die Zentraltöne für die 7 Abschnitte sind aus einer Reduktion des Chacone -Themas gefiltert. Das Tonmaterial stammt aus der Obertonskala. Das Tempo sollte sich nach dem Puls der Chacone richten.

Klangfarben:
1) Nach einer virtuosen Einleitung soll die erste Klangfarbe durch sul tasto Spiel erreicht werden
2) Molto vibrato, sul ponticello, Harfenanschlag
3) Linke und rechte Hand: Finger klopfen zwischen VII. und XIII. Lage auf die Saiten, über die Saiten wischen, linke Hand drückt alleine in hoher Lage die Saiten
4) Tremolo
5) Mit einem stick oder fineliner Saiten durchstreichen, auf die Saiten schlagen, mit dem Filzkopf des stick improvisieren.
6) Arpegien
7) Sonorer Klang durch sul tasto Spiel, Flageolets

Das Werk ist für den Gitarrevirtuosen Christian Haimel gedacht. ca. 13-14'


in seidnpopia fapokt 2011

Ein Liebesgedicht wurde von mir als Liebeslied für Mezzosopran, Altflöte, Tenorhackbrett, Akkordeon und Kontrabass musikalisch übersetzt und sollte als als solches interpretiert werden. Bis auf einige Ausnahmen stelle ich mir weniger eine große klassische Stimme vor, vielmehr soll die Mezzosop-ranstimme hauchig, mit viel Luft, nur selten mit vibrato klingen. Eine In-terpretation durch Klarinette ist nach einer Transposition ebenso denkbar.
Als Motto für die Begleitung gilt: Die Singstimme in Seidenpapier wickeln. Mit Ausnahme der 4. Strophe gilt ein Andante Tempo, zwischen den Strophen soll (eine Ausnahme) keine Pause entstehen. Die Raumnotation ist horizontal und vertikal bedeutsam, viele Freiheiten sind gestattet, die sich beim Pro-ben konkretisieren werden. Die Tonhöhenangaben sind in der Mezzosopranstim-me ungefähr (Ausnahmen) und werden von Stimme zu Stimme unterschiedlich sein.
Strophe1: Ein A4-Blatt an einer Ecke beginnend zusammenrollen, einmal ver-kleben und Luftgeräusche erzeugen. Mit den Fingern auf der Papiertrompete streichen, klopfen.
Strophe2: Mit einem glatten Seidenpapier auf den Saiten streichen:
lang, kurz
Strophe3: Ein Seidenpapier wird geknittert, auf einen Tisch legen und dar-auf klopfen. Das Blatt zerknüllen und wieder glätten
Strophe7: Ein Seidenpapier über eine Kante ziehen: lang, kurz
UA 24. Okt. 11 Wien, ca. 6’


Achtung:
untenstehende mailadresse ist geändert:
m.hazod@aon.at



Alle Kompositionen sind erhältlich bei:

Mag. Michael Hazod, Gölsdorfstr. 13
4600 Wels / Österreich
Tel./Fax: +43 (0) 7242/67932

email: m.hazod@eduhi.at

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